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Die Mitglieder und Freunde der DFG-Potsdam begaben sich 2005
”Auf hugenottischen Spuren von
Potsdam nach Nantes”
24. Juni bis 1. Juli 2005
Bevor Ludwig XIV. 1685 das Edikt von Nantes aufhob und sich Hunderttausende
Protestanten zur Auswanderung genötigt sahen, hatten die Auseinandersetzungen zwischen
Katholiken und Protestanten, gipfelnd in den Religions- und Bürgerkriegen, fast 150 Jahre
lang das soziale und politische Zusammenleben im französischen Königreich geprägt.
Den mannigfaltigen Spuren. die bis heute davon geblieben sind, folgt die diesjährige
Studienreise der Deutsch — Französischen Gesellschaft Potsdam.
Die Fahrt, die durch das Tal der Loire an den Südrand der Bretagne und schließlich in die
Vendée führt, ist eine Empfehlung für historisch Interessierte, für Liebhaber deftiger Speisen,
herzhafter Fischgerichte und guter Weine, für Jene, die sich an der Faszination einer intakten
Natur begeistern können, für Freunde Frankreichs und andere nette Menschen.
24. Juni Fahrt von Potsdam über Noyons nach Compiègne (1 Übernachtung)
Bevor wir in der maßgeblich durch Napoleon III. geprägten Stadt unser müdes Haupt niederlegen, besuchen wir die Geburtsstadt Jean Calvins, dessen Ideen prägend für die Entwicklung des französischen Protestantismus waren. Wir besichtigen das Museum Jean Calvin und die Kathedrale Nôtre-Dame.
25. Juni Fahrt von Compiègne über Chartres und Angers nach La Rochelle (5 Übernachtungen)
Auch wenn der Weg bis zum Atlantik weit ist, an Chartres kann man nicht vorbeifahren. Obwohl der französische König Heinrich III. während der Religions- und Bürgerkriege sich in die Stadt zurückziehen musste, gilt nicht seinen Spuren unser kurzer Besuch, sondern einer der wohl schönsten Kathedralen Frankreichs. In Nôtre-Dame beeindrucken Architektur, Figurenschmuck und die in ihrer Farbigkeit einmaligen Fenster gleichermaßen.
In Angers, einem der vielen Schlösser an der Loire, gab es bereits 1560 die ersten Opfer religiösen Fanatismus. Wir besichtigen den Stammsitz der Dynastie von Anjou.
26. Juni Stadtbesichtigung von La Rochelle und Fahrt zur Ile d’Aix
Auf der Grundlage der Sonderrechte, die den Protestanten im Edikt von Nantes eingeräumt worden waren, entwickelte sich La Rochelle zur „Hauptstadt" des Protestantismus. Ein solcher Staat im Staate war jedoch mit den Prinzipien des Absolutismus unvereinbar. Nach einjähriger Belagerung, geleitet vom Ersten Minister Frankreichs, dem Kardinal Richelieu, fiel die Festung La Rochelle 1628. Wir besichtigen den alten Hafen, den Turm St. Nicolas und flanieren durch die Altstadt, die auch für Guy de Maupassant „eine sonderbare Stadt mit einem ganz eigenen Charakter gewesen ist.
Am Nachmittag fahren wir mit dem Schiff vorbei an der ehemaligen Festung Fort Boyart zur Ile d’Aix.
Die kleine Insel war der letzte Aufenthaltsort Napoleons in Europa und bezaubert ihre Besucher mit mediteranem Klima und ebensolcher Vegetation.
27. Juni von La Rochelle über Luçon nach Nantes
In der reizenden kleinen Bischofsstadt wurde 1608 Richelieu, der spätere Kardinal und Erste Minister, zum Bischof geweiht.
Jener, der 1628 nach dem Fall von La Rochelle, den französischen Protestanten alle Sonderrechte nahm, zeigte sich von seinem ersten Amt wenig angetan und sprach vom «häßlichsten, schmutzigsten
und unangenehmsten Bistum Frankreichs».
Wir besichtigen die Kathedrale und das bischöfliche Palais.
In der Residenz der Herzöge der Bretagne, dem Schloß von Nantes, wurde 1598 das berühmte Edikt erlassen, das den Protestanten politische und soziale Gleichstellung im französischen Königreich garantierte.
Wir besichtigen das Château des Ducs und bummeln durch die Reste der Altstadt von Nantes.
28. Juni Fahrt von La Rochelle über Saintes nach Cognac
„Im Jahre 1494 etwa zehn Stunden nach Mittag des zwölften Tages im September" wurde der spätere französische König Franz I. in Cognac geboren. Unter seiner Herrschaft (1515 — 1547) begann die Entwicklung des Protestantismus in Frankreich.
Wir besichtigen das am Ufer der Charante gelegene Schloß der Valois und kommen an einer Degustation jenes edlen Getränkes, das von der Stadt seinen Namen erhielt, nicht vorbei.
Auf dem Wege nach Cognac besichtigen wir die Kirche der Abbaye aux Dames in Saintes, deren
Architektur meisterhaft den romanischen Stil der Saintonge verkörpert.
29. Juni Fahrt zur Ile de Ré
Die über Jahrhunderte bestehende Rivalität zwischen England und Frankreich sparte auch die Ile de Ré nicht aus.
Sie fand bei der Belagerung von La Rochelle ihre Fortsetzung, als englische Truppen versuchten, den
in der Stadt eingeschlossenen Protestanten durch eine Eroberung der Insel Entlastung zu bringen. Wir fahren über den Pont - viaduc, der die Insel heute mit dem Festland verbindet, bis zum Phare des Baleines, von dessen Galerien sich ein beeindruckender Blick auf die Küste der Vendée bietet. In St.-Martin-de-Ré, vom Hafen und der Zitadelle gleichermaßen geprägt, bleibt Zeit für die individuelle Erkundung der Insel. (Baden im Atlantik, Fahrradtour, Spaziergang am Ort mit Musée Ernest-Cognacq, Austern und Fisch satt u.a.m.)
30. Juni Fahrt von La Rochelle über Amboise nach Senlis
Unsere Rückfahrt führt uns erneut in das Tal der Loire. Das direkt am Fluß gelegene Schloß von Amboise war 1534 Schauplatz der sogenannten Plakataffaire, die zu den ersten Massenverfolgungen der Protestanten führte. Wir besichtigen das Schloß, das ebenso Schauplatz rauschender königlicher Feste wie auch des Schaffens von Leonardo da Vinci gewesen ist. Seit Heinrich IV. (1589 — 1610) als letzter französischer König für kurze Zeit in Senlis weilte, ist die kleine Stadt nordöstlich von Paris zunehmend in Vergessenheit geraten ohne jedoch an romantischem Charme zu verlieren. In den Mauern der alten Stadt ruhen wir uns für die Rückfahrt aus.
1. Juli Fahrt von Senlis nach Potsdam
Reisekonditionen
Aus den bisherigen Erfahrungen unserer Reisen ergeben sich einige notwendige Festlegungen, die alle Interessenten bitte beachten sollten:
- 1. Die Fahrt wird für die DFG Potsdam organisiert. Die maximale Teilnehmerzahl
- beträgt 30 Personen. Sollte diese Zahl nicht erreicht werden, besteht die Möglichkeit, daß
- auch Gäste mitfahren. Reiseteilnehmer, die nicht Mitglied der DFG Potsdam sind, zahlen
- eine zusätzliche Aufwandsentschädigung in Höhe von € 50,-.
- 2. Die Fristen für Anmeldungen (15. Januar 2005) und später für An- bzw. Bezahlungen sind unbedingt einzuhalten.
- 3. Die Sitzplätze im Bus vergeben wir nach dem Eingang der Einzahlungen, wer seinen Beitrag zuerst entrichtet, sitzt vorn.
- 4. Die Eintrittspreise werden zunächst zusammen bezahlt (Gruppentarif) und am Ende der Reise auf den Einzelnen umgelegt.
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